Ernährungsberatung : warum eigentlich? Die meisten wissen doch, was ihnen schmeckt !
Stimmt ! Und viele wissen auch, was lecker ist und was gesund ist.
Damit ist schon vieles über das Thema Ernährung gesagt, fast könnte man an dieser Stelle schon das Thema Ernährung und Ernährungsberatung beenden.
Aber genau hier liegt das Problem, und deshalb berücksichtigen wir in unserer Philosophie die nachfolgenden Überlegungen.
Die Menge macht´s !
Es gibt viele leckere Nahrungs- und Genußmittel. Auch Gewürze gehören dazu. Stellen Sie sich doch einmal vor, wie lecker ihr Leib- und Magen-Gericht ist. Doch was wäre,
wenn es die Lieblingsspeise jeden Tag gäbe?
Wahrscheinlich würde es Ihnen dann schnell langweilig, und sie wünschten sich etwas anderes. Es ist einfach zu viel von einer Sorte.
Ein anderes Beispiel : auch wenn Sie vielleicht gerne salzig essen, dann wird das Essen mit zu viel Salz ungenießbar. Die Dosis stimmt nicht.
Auch ist sicher nichts dagegen einzuwenden, wenn man Speisen mit hohem Fett- oder Kaloriengehalt zu sich nimmt. Nur wenn dies auf Dauer insgesamt den Bedarf des Körpers an Kalorien übersteigt,
steigt in der Regel auch das Körpergewicht.
Also: Es ist nicht nur wichtig, was wir essen, sondern auch, wieviel wir wovon zu uns nehmen.
Abwechslung
Bei der Vielfalt an Nahrungsmitteln sind wir nicht darauf angewiesen, imer das gleiche zu essen. Wir können unseren Speiseplan in der Art, der Menge und der Zusammensetzung
fast beliebig variieren. Dadurch lernen wir den kulinarischen Wert unserer Speisen und die Geschmacksvielfat zu schätzen und können so mit der Abwechslung Ausgewogenheit in der Ernährung herstellen.
Verstand gegen Geschmack?
Es ist sicher nicht immer einfach, Ausgewogenheit in der Ernährung zu erzielen. Ein wichtiger Störfaktor hierbei kann der innere Konflikt sein zwischen dem, was
jemand essen möchte und dem, was jemand essen sollte. Das Wissen um gesundes Essen in Einklang mit dem zu bringen, was einem schmeckt und was man essen möchte, ist eine Kunst, die erlernt sein
will. Es bedarf hierbei der sich ständig erneuernden inneren Bereitschaft, sich in individuell unterschiedlich angemessener Weise mit diesem Konflikt auseinanderzusetzen und ein ausgewogenes Verhältnis
herzustellen, was einerseits den objektiven biologischen Erfordernissen gerecht wird, andererseits der ebenso berechtigten Lust am kulinarischen Genuß. Wichtig ist hier also nicht das “Entweder-Oder”, sondern
das angemessene “Sowohl-als auch”.
Der Glaube an das eigene Wissen
ist auch im Hinblick auf unsere Ernährung wichtig. Dies gilt sowohl für den eigenen Geschmack als auch für die Kenntnis der biologischen Bedeutung der
Nahrungsmittel. Es gibt hier aber einen entscheidenden Unterschied : das. was einem selber schmeckt, was man gerne und genußvoll ißt, weiß nur jeder für sich selbst. Es ist die eigene innere Wahrheit,
unumstößlich, und von niemand anderem beurteilbar. Dagegen steht das objektive Wissen um die biologsiche Wirkung unserer Nahrungsmittel. Hierzu gibt es zahlreiche wissenschaftlich gut fundierte Erkenntisse.
Einige davon sind allgemein bekannt, z.B., daß Eier viel Cholsterin enthalten. Andere wiederum sind nur wenigen, speziell Interessierten bekannt. Aber fast jeder hat eine Vorstellung davon, wie gut sein eigenes
Wissen um die Ernährung ist. Da aber oft theoretische Zusammenhänge und Fakten nicht bekannt sind, kan dieses Wissen in seiner Bedeutung nur schwer eingeordnet werden. Und die Vorstellung über das Wissen, was im
jeweiligen Zusammenhang nötig ist, einem selbst aber fehlt, ist praktisch nicht vorhanden. Dadurch kann der eigene Kenntnisstand überbewertet werden und es drohen falsche Schlußfolgerungen. Das eigene Wissen und
das Vertrauen und der Glaube hieran wird somit umso wertvoller, je deutlicher auch die eigenen Grenzen erkennbar werden.
Sättigung
Das Ziel der Ernährung ist somit die lust- und genußvolle Aufnahme und Bereitstellung von biologisch notwendigem Material und Energie. Im Idealfall stimmt das subjektive Gefühl
“Ich bin satt.” mit der objektiven Feststellung “Mein Körper hat bekommen, was er an Art und Menge braucht.” überein.